Nordic Walking

» Gepostet von am Jan 16, 2013 in Wandern | Keine Kommentare

Nordic Walking

Wandern mal ganz nordisch

Erst einmal wünsche ich allen ein gesundes, frohes, neues Jahr! Ich hoffe, ihr habt schön feiern können und seid gut ins neue Wanderjahr gekommen. Ich habe ein paar Tage in Bayern verbracht, ganz ruhig in einem beschaulichen Kurort. In aller Gemächlichkeit sind wir durch Kurpark und Umgebung gelaufen, hauptsächlich wegen des Hundes, damit er seine Bewegung bekommt. Aber nach der Völlerei tat uns allen das Laufen sehr gut. Das Wetter war eher trüb und neblig, lud nicht sehr zum Wandern ein, dennoch hat man den ein oder anderen rüstigen Kurenden mit ein paar Stöcken stramm durch den Kurpark laufen sehen. Das hat mich dazu veranlasst, euch das Nordic Walking hier im Blog doch mal vorzustellen.

Als vor einigen Jahren die ersten Damen, vornehmlich etwas älter und etwas übergewichtig, schwungvoll mit Langlaufstöcken in den Händen zügig an mir vorbei marschierten, habe ich sie verwundert belächelt. Heute sind aus dem Stadtbild ja schon gar nicht mehr wegzudenken. Und es wurmt mich immer noch, wenn ein Nordic Walker mich überholt, wo ich doch gerade am Joggen bin und eigentlich viel schneller sein müsste! Dabei sind die Damen – und auch Herren – durchaus flott unterwegs. Nicht längst sind es nicht mehr nur die rüstigen Rentner, die sich dieser Form des Wanderns verschrieben haben. Aber wieso eigentlich wandern? Fünf Kilometer durch den Stadtwald gelaufen, ist doch nicht gewandert, oder? Na, dazu später mehr. Jetzt erst einmal ein bisschen was Allgemeines zum Nordic Walking.

Wer glaubt, Nordic Walking sei eine Erfindung eines cleveren Marketing-Menschens gewesen, der einfach mehr Langlaufstöcke verkaufen wollte, der irrt (zumindest ein bisschen). Denn das Nordic Walking ist schon seit vielen Jahrzehnten eine anerkannte Trainingsmethode bei Bahnrennern, Wanderern (!) und Skilangläufer. Als Sportart wurde Nordic Walking allerdings tatsächlich erst durch Marko Kantaneva 1997 durch sein Buch Sauvakävely. Im selben Jahr wurden dann die ersten Nordic-Walking-Gehstöcke auf den Markt gebracht und der Fachausdruck “Nordic Walking” etablierte sich 1999. Nordic Walking ist also durchaus eine Form des Wanderns und trainiert ähnliche Bewegungsabläufe und Muskelpartien, die wir auch bei langen Wanderungen benötigen.

Die Muskeln im Oberkörper werden durch den Einsatz der Stöcke beim Nordic Walking zusätzlich beansprucht. Das stärkt den Rücken, der dann problemloser unseren Wanderrucksack tragen kann. Außerdem hält ein starker Rücken unser Skelett besser zusammen und wir haben weniger Rückenschmerzen, auch nach einer längeren Wanderung. Darüber hinaus besagt eine Studie von Sportmedizinern, dass der Sauerstoffverbrauch und damit auch  die Ausdauerbelastung beim Nordic Walking mit korrekter Ausführung ca. 5 % höher ist als beim normalen Walking ohne zusätzliche Beanspruchung des Oberkörpers. Nordic Walking macht also fitter! Jedoch muss man auch dazu sagen, dass die Gelenke mehr belastet werden, als wenn man einfach nur normal durch den Wald spaziert.

Beschäftigen wir uns noch einmal kurz mit den Stöcken, denn die sind ja nun mal ausschlaggebend beim Nordic Walking. Das Material ist federleicht und besteht aus Carbon, Graphit oder Aluminium. Die Griffe sind rutschfest und mit Handschlaufe. Es gibt höhenverstellbare Stöcke, welche mit “Anti-Shock-Dämpfungsystem”, mit Metallspitze oder Gummistopper. Stöcke aus Carbon oder Graphit sind leichter als die aus Aluminium und vibrieren auch nicht so sehr. Die Handschlaufe ist ein Muss, denn sie sorgt für eine sichere Führung und ermöglicht auch erst die Gehtechnik. Und die Stocklänge ist ebenso wichtig. Die bekommt man, wenn man sich gerade hinstellt und die Unterarme im neunzig Grad-Winkel beugt. Idealerweise befindet sich dann der Griff circa fünf Zentimeter unter den Händen. Teleskop-Stöcke, die also höhenverstellbar sind, punkten bei den Bergwanderern, vibrieren aber stärker. Und von Skistöcken als Alternative sollte man gleich die Finger lassen, auch wenn diese in der Ecke im Keller stehen. Die sind völlig ungeeignet für das Walken!

Insgesamt ist das Nordic Walking ein sinnvolle Vorbereitungssportart für die Wander-Saison. Denn es trainiert die Muskelatur und macht einen fit für die Wanderungen im Frühjahr. Und es lässt sich gut in den Alltag einbauen, wenn man in der dunklen Jahreszeit vielleicht nicht so viel Zeit hat und Bewegung einem schwer fällt. Wer die Technik richtig erlernen möchte, der findet im Internet ganz bestimmt Kurse zur richtigen Gehtechnik in seiner Nähe. Denn auch wenn man nur fünf Kilometer durch den Stadtwald läuft, man bewegt sich und tut was für seinen Körper!

 

 

 

 

 

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