Das Niederwalddenkmal

» Gepostet von am Nov 27, 2013 in Wanderregion Rheinsteig | Keine Kommentare

Das Niederwalddenkmal

Die Germania in Rüdesheim

Es gibt Denkmäler, die schön, berühmt und umstritten sind. Eines dieser Denkmäler steht in Rüdesheim hoch oberhalb des Rheins am Rande des Niederwalds. Zu Füßen das malerische Flusstal und die Weinberge, im Blick das ferne Frankreich, so steht die Germania stolz und prunkvoll da.

Wieder…muss man sagen, denn die Germania – auch als “Wacht am Rhein” bekannt – wurde ab Sommer 2011 restauriert. Das heute 130 Jahre alte Denkmal war durch Umwelteinflüsse so stark beschädigt worden, dass die Bronzefiguren und der Steinsockel eine Grundüberholung und Pflegekur brauchten. Vor Ort wurden der Friedensengel und die Germania selbst restauriert, andere Figuren standen nicht mehr festverankert im Sockel, wurden abgenommen und in Spezialwerkstätte gebracht. Heute erstrahlt das Denkmal im alten neuen Glanz, denn die Patina wurde nicht entfernt. Jedoch wird vor Ort weiterhin noch fleißig gearbeitet, denn auch der Park soll durch Rekonstruktionen wieder hergestellt werden und ab 2014 soll es auch ein großes, neues Besucherzentrum geben. Es tut sich was, im Niederwald.

Berühmt und gleichzeitig auch berüchtigt wurde das Denkmal aufgrund seiner Größe und seines Standorts. Es sollte als monumentales Denkmal an die Einigung Deutschlands 1871 erinnern. Vorausgegangen war der deutsch-französische Krieg 1870/71. Frankreich hatte Preußen den Krieg erklärt, Preußen jedoch gewann den Krieg und in Versailles wurde schließlich 1871 Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser gekrönt. Ausgerechnet in Versailles! Eine Demütigung für die Franzosen. Als dann 1883 auch noch das Niederwalddenkmal in all seiner Pracht und monumentalen Größe an jenem damaligen, deutsch-französischen Grenzfluss Rhein enthüllt wurde, war das ein weiterer Affron. Blickt doch die Germania dazu noch nach Frankreich! Für die Deutschen damals war das Denkmal Sinnbild ihres neugewonnen Nationalstolzes. Endlich waren sie vereint als Nation. Das politische Lied “Die Wacht am Rhein” galt als inoffizielle Nationalhymne des wilhelminischen Kaiserreichs.

Auch heute noch ist die Germania durchaus umstritten. Vielen ist das Denkmal zu protzig, zu wuchtig und zu sehr mit Nationalstolz behaftet. Unumstritten ist jedoch, dass das Niederwalddenkmal eines der meist besuchten Denkmäler Deutschlands ist und als Tor zum UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal gilt. Machen Sie sich doch selbst ein Bild und besuchen Sie die “alte Dame” von Rüdesheim. Auch wenn Ihnen das Denkmal selbst vielleicht nicht zusagt, ein Besuch hoch droben lohnt sich immer allein wegen der unbeschreibbar schönen Fernsicht!

 

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