Federweißer und Zwiebelkuchen

» Gepostet von am Okt 18, 2013 in Tipps & Tricks | Keine Kommentare

Federweißer und Zwiebelkuchen

Saisonbeginn für Federweißen und Zwiebelkuchen!

In den deutschen Weinbaugebieten ist jetzt Hochsaison – und zwar für Federweißen, den es auch in rot gibt, und Zwiebelkuchen. Ein Fest! Aber was genau ist eigentlich Federweißer und warum isst man dazu Zwiebelkuchen? Das will ich in diesem Artikel etwas genauer erklären.

Ich komme ja eigentlich aus eine Apfelweinregion (Frankfurt), aber das Prinzip der Gärung ist beim Apfel- und beim Traubenwein das gleiche. Der Most, der durch das Keltern entsteht, enthält Hefebakterien, die sorgen für eine schnelle Gärung, und Zucker, der während des Gärungsprozesses in Kohlensäure und Alkohol aufgespalten wird. Sobald also die Äpfel oder die Trauben gekeltert sind und wir den Most haben, beginnt der Gärungsprozess. In Frankfurt heißt der Apfelmost “Süßer” und sobald der “Süße” ein bisschen Alkohol durch die Gärung enthält und damit ein ganz junger Apfelwein ist, heißt das Getränk “Rauscher”. Beim Wein erhalten wir Federweißen, wenn der Traubenmost bereits ein wenig gegärt hat und ein wenig Alkohol von ca. 4% enthält. Es ist also der ganz junge Wein, den wir so gerne im September auf den Weinmärkten trinken. Federweißer heißt er deshalb, weil die beim Gärungsprozess aufgewirbelten Hefeteilchen wie kleine Federn aussehen. Federweißer hat am Anfang einen süßen, prickligen Geschmack, die Süße lässt aber im Laufe des Gärungsprozesses nach. Logisch, schließlich spaltet sich ja der Zucker auf und damit sinkt der Zuckergehalt und es steigt der Alkoholgehalt.

In manchen Regionen heißt der Federweißer auch “Rauscher” (für mich eher verwirrend…) oder auch “Bitzler”, “Sauser”, “Brauser” oder “Sturm” in Österreich. Manchmal kennt man ihn auch einfach nur unter dem Namen “Neuer Wein”.

Der relativ hohe Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen macht den Federweißen zu einem sehr gesunden Getränk, das auch noch eine entschlackende – um nicht zu sagen abführende – Wirkung hat. Deshalb ist Vorsicht geboten, was die Menge an Federweißen betrifft, die man so zu sich nimmt. Er schmeckt so süß und fruchtig-prickelnd, dass man hier gerne das Maß verliert und dann ganz berauscht ist. Das bringt uns zur Klärung der zweiten Frage: Warum isst man zum Federweißen Zwiebelkuchen? Ganz einfach wegen der berauschenden und entschlackenden Wirkung des Federweißen isst man traditionell fetthaltige Speisen wie eben Zwiebelkuchen dazu. Die beruhigen den Magen und machen den jungen Wein etwas bekömmlicher.

Federweißer gärt übrigens in den Flaschen weiter. Deshalb ist er nie luftdicht verschlossen, sonst würden die Flaschen irgendwann platzen. Aber wo Luft raus kann, kann auch Flüssigkeit entweichen, daher rate ich dazu, Federweißen im Kühlschrank immer aufrecht zu lagern.

Und nun genießen Sie ihn in aller Ruhe – den Federweißen 2013 mit einem Stück leckeren Zwiebelkuchen!

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