Grüne Soße mit Tafelspitz

» Gepostet von am Okt 26, 2013 in Tipps & Tricks | Keine Kommentare

Grüne Soße mit Tafelspitz

Sieben Kräuter müssen’s sein

Eigentlich eine sehr typische Spezialität aus der größten hessischen Metropole: Die Grüne Soße aus Frankfurt. Aber dieses lokale Gericht findet man auch in vielen Straußwirtschaften im Rheingau. Manch ein Gast wundert sich vielleicht, was es mit dieser Speise wohl auf sich haben mag. Wer will schon eine grüne Soße essen, zu der außer Salzkartoffeln und Eiern maximal noch ein Tafelspitz (als Ersatz für die Eier) gereicht wird? Aber als echtes Frankfurter Mädel kann ich Ihnen sagen, sie schmeckt sehr lecker! Trotz der Tatsache, dass die eigentliche Grüne Soße kalt serviert wird.

Der Legende nach soll Frau Aja, die Mutter von Goethe, die “Grie Soß’” erfunden haben. Zumindest erzählen sich das die alteingesessenen Frankfurter nicht ganz ohne Stolz. Aber die Stadthistoriker behaupten, dass Goethe die Grüne Soße gar nicht kannte. Daher ist es wahrscheinlicher, dass die Hugenotten eine sauce verte nach Kurhessen und ins Rhein-Main-Gebiet gebracht haben. Aber vielleicht aß Goethe auf seinen Reisen die italienische Variante salsa verde, wollte dieses wunderbare Gericht auch im heimischen Frankfurt nicht mehr missen und fragte seine Mutter, ob sie diese Speise für ihn nicht einmal zubereiten könnte. Und da Frau Aja eine ähnliches Rezept von den Hugenotten bestimmt schon kannte, brauchte sie es nur zu verfeinern. So oder so ähnlich wird es wohl gewesen sein.

Was nun ist also Grüne Soße und wie bereitet man sie zu?

Wichtig sind die sieben Kräuter! Im Rhein-Main-Gebiet sind das Borretsch, Sauerampfer, Pimpernelle, Kresse, Schnittlauch, Petersilie und Kerbel. Im Frühjahr kann man diese Kräuter fertig zusammengestellt als Paket im Supermarkt kaufen. Durch den Anbau der Kräuter in Gewächshäusern gibt es aber mittlerweile die Pakete auch ganzjährig auf den regionalen Wochenmärkten. Für vier Personen sollte man schon zwei Pakete einplanen. Da oftmals zu viel Petersilie in die Pakete gelegt wird, sollte man von diesem Kraut etwa die Menge aus einem Paket verwenden, sonst schmeckt die Soße zu sehr nach Petersilie.

Die sieben Kräuter werden vorsichtig gewaschen, geputzt (die großen Stängel werden raus- bzw. abgeschnitten) und klein gehakt. Ganz fein müssen sie sein, damit die Soße schön grün wird und richtig intensiv nach Kräutern schmeckt. Zu den Kräuter wird dann ein großes Glas (oder selbst gemachte) Mayonnaise gegeben. Wem das zu viel Mayonnaise ist, der darf halbe halbe mit Schmand, Saurer Sahne oder Joghurt machen. Aber Vorsicht, wer Joghurt verwendet: erstens wird die Soße dadurch gerne etwas dünnflüssig und zweitens schmeckt man häufig das Joghurt zu sehr durch. In die Soße kommt jetzt noch ein wenig Zitronensaft, ein Esslöffel Senf und wer mag gehakte Gewürzgurken. Dann wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Manch einer hakt auch die hart gekochten Eier klein und gibt sie in die Soße, in den Straußwirtschaften, Apfelweinkneipen und Restaurants werden die Eier aber meist als vier halbe Eier zur Grünen Soße dazu serviert. Fertig ist Goethes Leibspeise!

Gereicht werden zur Grünen Soße traditionell Salzkartoffeln. Ohne die vier halben Eier gibt es als Fleisch-Version Tafelspitz oder Ochsenbrust dazu. Oder man isst die Grüne Soße als “Frankfurter Schnitzel”: Hier wird paniertes Schweineschnitzel, Bratkartoffeln und Grüne Soße gereicht. Sie schmeckt aber auch sehr gut zu Fisch.

Appetit bekommen? Dann probieren Sie doch einmal dieses regionale Traditionsgericht bei Ihrer nächsten Einkehr nach der Wanderung. Lassen Sie es sich schmecken!

 

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