Kletternd wandern

» Gepostet von am Feb 28, 2013 in Wandern | Keine Kommentare

Kletternd wandern

Hoch hinaus: Klettern

Ich nehms vorweg und sage es ganz offen, Klettern ist nur bedingt meins. An einer Kletterwand die Sprossen hoch, geht ja noch und das macht mir persönlich auch Spaß. In einem Kletterwald in den Baumwipfeln über irgendwelche wackeligen Stangen laufen, nein danke! Einmal ausprobiert, reicht das als Erfahrung meinerseits vollkommen. Trotzdem soll es ja Menschen geben, die Klettern toll finden und sicherlich gibt es noch einiges mehr in Sachen “Klettern” als eine Kletterwand oder ein Kletterwald. Deshalb versuche ich mich hier mal dem Thema auch im Hinblick auf das Wandern zu nähern.

Bei den beiden oben genannten Kletter-Arten (Klettern an der Kletterwand oder in einem Kletterwald)  wird im sogenannten “Vorstieg” oder im “Top-Rope” gesichert und geklettert. Grundsätzlich werden hier Sicherheitsgurte dem Kletterer angelegt, damit die Sicherheitsseile entsprechend eingehakt werden können. Der Vorstieg meint nichts anderes, als dass ein Kletterer vorne weg geklettert und mit bereits vorhandenen Ringen oder Haken zwischensichert, während er von seinem Partner von unten oder seitlich gesichtert wird, oder aber der Kletterer im Vorstieg muss die Sicherungsmittel selbst anbringen. Beim Top-Rope läuft das Seil vom Sichernden nach oben, dort durch eine Umlenkung und wieder nach unten zum Kletternden. Stürzt der Kletterer, fällt er nicht tief und wird aufgrund der Seildehnung sanft aufgefangen. Hat er das Ende der Route erreicht, setzt er sich “ins Seil” und wird vom Sichernden abgelassen. Beim Klettern an der Kletterwand geht es darum, dass man seinen eignen Weg durch die ganzen Griffe und Vorsprünge findet. Je schwieriger die Wand desto weniger Griffe gibt es. Im Kletterwald klettert man von Baumwipfel zu Baumwipfel und muss dabei einige Hürden überwinden wie Hängebrücken oder wackelnde Tritte oder schmale Bretter. Ein guter Gleichgewichtssinn und eine gute Balance ist hier von Vorteil.

Zwei weitere Varianten des Kletterns – und jetzt befinden wir uns zumindest schon mal in den Bergen – sind das “Bigwall-Klettern” und das “Freiklettern”. Das Bigwall-Klettern beschreibt das Beklettern sehr hoher Felswände wie sie beispielsweise im Yosemite Nationalpark in den USA, aber auch in manchen Gebirgen Europas zu finden sind. Beim Freiklettern oder auch “Free Climbing” dürfen zur Fortbewegung nur der Fels und der eigene Körper genutzt werden. Jedoch heißt Free Climbing nicht gleich Klettern ohne Sicherung, ganz im Gegenteil, hier werden zur Sicherung durchaus Seil und technische Hilfsmittel genutzt, nur eben nicht zur Fortbewegung. Das “Free Solo” beschreibt hingegen das Klettern ohne Sicherung.

Lassen wir mal weitere Kletter-Arten wie “Speedklettern”, “technisches Klettern” und “Gebäudeklettern” bei Seite und betrachten das “Alpinklettern”. Hier kommen wir dem Wandern auch ganz nahe, denn dort, wo man das Alpinklettern praktizieren kann, kommt meist nur zu Fuß und damit nur durch eine Wanderung hin. Entsprechende Maßnahmen sind also zu ergreifen. Erstes Ziel bei dieser Kletterart ist das Erreichen eines Berggipfels. Touren können sowohl im Free Climbing, technisch (alle Hilfsmittel dienen der Fortbewegung) oder im Free-Solo begangen werden. Wird eine Route nicht innerhalb eines Tages durchstiegen, dann spricht man bereits von einem Bigwall. Ach ja, und wer sich im Eis befindet, der betreibt “Eisklettern” (logisch, oder?). Je nach Erreichbarkeit und Ausmaß der Routen sind die Kletterer ganz oder zumindest teilweise auf sich allein gestellt. Deshalb sind eine sorgfältige Planung und Kenntnisse in Standplatzbau, legen mobiler Sicherungsmittel, Abseilen und Bergungstechniken dringend und zwingend notwendig.

Neulingen in diesem Sport sei deshalb umso mehr geraten, Kletterkurse zu besuchen und sich einer erfahrenen Klettergruppe anzuschließen. Es geht schließlich nicht nur um das eigene Leben. Kletterwälder und Kletterhallen hingegen sind supergut für Anfänger geeignet, da man hier vorher eine Einweisung bekommt. Kindern macht beides meist einen Riesenspaß. Kletterwälder und -hallen befinden sich mittlerweile in ganz Deutschland und sind über das Internet leicht zu finden, wer nähere Informationen dazu erhalten möchte.

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