Rheinburgenweg, Teil 2

» Gepostet von am Jul 5, 2013 in Wandern | Keine Kommentare

Rheinburgenweg, Teil 2

Auf Nachbars Wegen

Ich hatte ja versprochen, dass ich mich noch etwas intensiver mit den Etappen und Sehenswürdigkeiten des Rheinburgenwegs beschäftigen werde. Das will ich heute tun, denn auch wenn das Hochwasser momentan in weiten Teilen Deutschlands und auch am Mittelrhein die Menschen beschäftigt, so wird das Wetter dann doch langsam besser und wärmer, so dass man nun auch mal den Frühling bzw. Frühsommer mit einer Wanderung wirklich genießen kann.

Also, welche Etappen haben wir? Beginnen wir unsere kleine virtuelle Wanderung ähnlich wie beim Rheinsteig auch diesmal von Süden nach Norden. Insgesamt besteht der Rheinburgenweg aus 13 Teilabschnitten. Die erste Etappe beginnt demnach in Bingen und endet in Trechtingshausen und ist etwa 17 Kilometer lang. In dem kleinen Städtchen Bingen finden sich gut erhaltene Bauwerke wie die Basilika mit ihrer romanischen Krypta, die Rochuskapelle oder schon im Binger Wald die römische Villa Rustica. Am Rheinufer auf Binger Seite blicken wir auf die Burg Klopp, die Ruine Ehrenfels und auf den Mäuseturm. So und nun geht’s los nach Trechtingshausen. Absolute Highlights sind hier der Steckeschlääferklamm, wo sich in der urwüchsigen Natur geschnitzte Fratzen und Figuren finden, das wildromantische Morgenbachtal und letztlich die Burgen Rheinstein und später Reichenstein! Die zweite Etappe führt dann von Trechtingshausen nach Bacharach und ist nochmals etwa 17 Kilometer lang. Wir verlassen in dieser Etappe den Binger Wald und wandern durch die abwechslungsreichen Landschaften des Mittelrheintals. Außerdem begegnet man auf dieser Etappe vier (!) Burgen und Ruinen, namentlich Burg Sooneck, Burg Hohneck, Ruine Fürstenberg und Burg Stahleck. Am Ende dieser Etappe erwartet einen das mittelalterliche Städtchen Bacharach.

Etappe Drei und Vier erstrecken sich von Bachrach nach Oberwesel mit 14 Kilometern und von Oberwesel nach St. Goar mit knapp 9 Kilometern. Die wunderbaren Ausblicke auf den Rhein und das gegenüberliegende Ufer sind herrlich, der Elfenlay am Ende ist nichts für schwache Nerven, aber bietet unglaublich schöne Aussichten. Die Schönburg und die Liebfrauenkirche sind kulturelle Highlights zum Schluss der dritten Etappe. Die vierte Etappe ist zwar kurz, aber dafür knackig mit einem besonderen Nervenkitzel: die Passage auf dem Oelsberg-Klettersteig! Wem das zu heftig ist, der nimmt die kulturell sehenswerte Umgehung über den Skulpturenpfad. Der Loreleyblick bei Maria Ruh sind ein weiterer Höhepunkt.

Als Nächstes wandern wir von St. Goar nach Bad Salzig (18,5 km und als schwer eingestuft!), von Bad Salzig nach Rhens (15,5 km und etwas weniger anspruchsvoll!) und auf der siebten Etappe geht es von Rhens nach Koblenz (13,2 km, Schwierigkeitsgrad mittel). Gleich zu Beginn lockt die Festung Rheinfels zu einem Mittelalterrundgang während am Ende dieser schweren fünften Etappe Bad Salzig mit Kurpark und Quellpavillon zum Erholen einladen. Dieser Quellpavillon ist dann auch der Beginn der sechsten Etappe. Immer an der Hangkante entlang und durchaus mit einigen steilen Passagen geht es weiter nach Boppard, vorher mit einem herrlichen Blick auf die “Feindlichen Brüder“, wo man die Altstadt, das Rheinufer und die Burg genießen kann. Danach geht es wieder bergauf und wer möchte, der kann den zweiten Klettersteig – den Mittelrhein-Klettersteig – erzwingen. Wer nicht schwindelfrei und absolut trittsicher ist, der sollte lieber den Umweg nehmen. Es erwartet einen den Bopparder Hamm, eine der bekanntesten Weinlagen des Mittelrheintals. Es folgen nach dem Gedeonseck der Vierseenblick, verborgene Hügelgräber, schließlich die Marksburg und final die Altstadt von Rhens. Hier sollte man einen Abstecher zum Königsstuhl machen, nachdem man sich zur siebten Etappe aufgemacht hat, die am Viehtor beginnt. Sehenswert sind das Schloss Stolzenfels, die vorgeschichtlichen Gräberfelder und der Keltenwall am Dommelsberg. Zurück in die jüngste Geschichte bringt uns der Rittersturz, wo 1948 die berühmte Rittersturzkonferenz tagte. Sie legte den Grundstein für die spätere Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Wir beenden die Etappe in Koblenz am Deutschen Eck, wo Rhein und Mosel zusammenfließen.

Die nächsten Etappen sind: Koblenz-Winnigen mit 14,6 Kilometern, Winningen-Bassenheim mit 15,7 Kilometern, Bassenheim-Andernach mit 13,7 Kilometern, Andernach-Bad Breisig mit 19,5 Kilometern , Bad Breisig-Remagen mit 15,7 Kilometern und schlussendlich die finale Etappe Remagen-Rolandsbogen mit 14,5 Kilometern. Der Rheinburgenweg macht hier einen Abstecher zur Mosel, führt rein in die Vordereifel. zurück zu Vater Rhein und bringt uns Wanderer nach Andernach zum größten Kaltwassergeysir der Welt. Die Natur- und Kulturerlebnisse nehmen kein Ende, denn gesicherte Stiegen führen mitten durch einen Vulkan und im anschließenden Nadelwald begegnen einem wieder die Kelten mit einem Keltenwall. Nach atemberaubenden Ausblicken und engen Pfaden erreichen wir Schloss Augustaburg. Weiter tolle Ausblicke entlang der Hangkante offenbaren sich immer wieder und schließlich passiert man Burg Rheineck. Die Römertherme in Bad Breisig bietet Erholung. Die braucht man auch, denn nun sind wir schon wieder bei den Kelten, schließlich in Sinzig bei einer sehenswerten Basilika, dem Kaiser Barbarossa Denkmal, dem Sinziger Schloss und der Ahr. Hoch hinauf auf die Ahrplatte geht es wieder bergab nach Remagen zur Apollinariskirche und von dort zum Rolandsbogen. Durch Wälder hinauf auf Plateaus, am Wildpark vorbei wieder hinunter und wieder hinauf haben wir den Ausblick auf den Rolandsbogen erreicht.

Puh, Wahnsinn! Selbst nach dieser virtuellen Reise bin ich atemlos! Der Rheinburgenweg ist nicht minder schwer als der Rheinsteig, führt die wunderbare Wälder, schöne Wiesen und Täler, über Weinberge hinein in kleine Städtchen und so nebenbei reiht sich ein Kulturerlebnis nach dem anderen aneinander. Wie wunderbar! Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei dieser Entdeckungstour.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>