Rund ums Winterwandern

» Gepostet von am Dez 19, 2012 in Tipps & Tricks | Keine Kommentare

Rund ums Winterwandern

Wenn Väterchen Frost uns fest im Griff hat

Bei sieben Grad und Nieselregen zeigt sich der Winter momentan eher von seiner schmuddeligen und grauen Seite. Aber Anfang Dezember sah das schon mal ganz anders aus. Da war es auch tagsüber bitterkalt und selbst hier in Frankfurt hat es heftig geschneit. Und wenn dann der Schnee liegen bleibt, es aufhört zu schneien, es knackig-kalt ist und die Sonne scheint, dann haben wir perfektes Winterwetter. Wer bei solch einem Wetterchen Wandern geht, der sollte allerdings auf ein paar Dinge achten.

Fangen wir mal wieder bei der Ausrüstung und damit bei den Schuhen an: Ich habe es an verschiedenen Stellen bereits einige Male erwähnt, dass ein Paar richtig gute Wanderschuhe unabdingbar sind und es sich hierfür durchaus lohnt, ein paar Euro mehr auszugeben. In Bezug auf das Winterwandern sollten Wanderschuhe stabil, wasser- und kälteresistent sein, denn nasse Füße sind gleichbedeutend mit kalten Füßen. Abends sollte man die Schuhe dann ausstopfen und trocknen lassen, jedoch nicht auf dem Heizkörper. Feuchte Schuhe können für eine Unterkühlung, wenn nicht sogar für Erfrierungen sorgen! Im Wanderrucksack sollten außerdem leichte Steigeisen (Grödeln) oder Stabilicer zu finden sein, um sicher über vereiste Flächen zu kommen. Wanderstöcke mit großen Wintertellern (wegen des eventuell tiefen Schnees) gehören ebenso zur Grundausrüstung für das Winterwandern. Aber damit nicht genug! Gamaschen nehmen wenig Platz weg, können aber ungeheuer wichtig sein, um nassen Füßen bei ungespurten Wegen mit tieferem Schnee vorzubeugen.  Leichtere, aber dennoch robuste Modelle, die bis zu den Knien reichen, tun es hier durchaus. Solche, die mit einem Riemen unterm Schuh fixiert werden, rutschen erfahrungsgemäß nicht über den Schaft. Socken sind mindestens so wichtig wie gute Schuhe. Baumwollsocken sind für den Winter jedoch total ungeeignet, denn sie saugen sich mit Feuchtigkeit an. Daher sollte man lieber auf Wandersocken aus Schurwolle zurückgreifen. Die gibt es mittlerweile auch kratzfrei!  Soviel zum Thema Füße! Aber wir haben ja noch ein paar andere Körperteile, die wir vor Winterwetter schützen müssen.

Was im Frühling, Sommer und Herbst gilt, gilt auch für den Winter: das Zwiebelschalenprinzip. Im Winter sollte die Unterwäsche nicht nur atmungsaktiv, sondern auch wohlig warm sein. Baumwollunterwäsche oder -shirts haben das gleiche Problem wie die Baumwollsocken, sie können die Feuchtigkeit nicht vom Körper abtransportieren, was bei Pausen für ein Kältegefühl sorgt. Die erste Kleidungsschicht sollte aus Funktionstextilien bestehen, die zweite Lage dann aus wärmenden und eventuell auch winddichten und wasserabweisenden Textilien (Fleece).  Die äußerste Schicht ist dann eine wasserabweisende Funktionsjacke, die aber gleichzeitig noch Wasserdampf von innen nach außen lässt. Auf jeden Fall sollte die letzte Schicht starken Regen, Schnee und Wind abhalten können. Wer gerne viel im Winter wandert, sollte über eine Tourenhose nachdenken, aber selbstverständlich sind auch auch Ski- und Snowboardhosen geeignet. Mütze, Handschuhe/Fäustlinge und ein Schal trägt man ja schon, wenn man nur einkaufen geht, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass man diese beim Winterwandern vergisst, aber sie seien trotzdem erwähnt. Eine Sturmhaube im Rucksack nimmt auch keinen Platz weg, denn Wind kann schnell aufkommen. Allerdings sollte man an Umkehr denken, sobald eine Sturmhaube zum Einsatz kommt, denn dann verschlechtert sich meist die Sicht, es wird kälter und man kann sich schnell verirren. Desweiteren sollten im Rucksack Getränke und eine kleine Brotzeit dabei sein. Heißer Tee wärmt und gibt neue Kraft! Ein kleines Sitzkissen für die Pausen auf feuchten Bänken ist sinnvoll und eine Stirnlampe passt sicher auch noch in den Rucksack, sollte es doch schon schneller dunkel werden als gedacht. Handy und Wanderkarte sind sowieso Pflicht.

Wer in den Bergen im Winter wandern geht, sollte sich der Lawinengefahr bewusst sein. Geräumte und ausgezeichnete Wanderwege befinden sich eigentlich nicht in lawinengefährdetem Gelände. Wenn man sich aber abseits jener Wege oder Pisten bewegt, dann sollte man eine vollständige Lawinenausrüstung dabei haben und wissen, wie man damit umgeht. Es ist überlebenswichtig, wenn man die Informationen zur Lawinenlage bereit hat. Und Dank der Erfindung des Internets gibt es auch keine Ausreden mehr, denn Lawinenlageberichte sind einfach und topaktuell abrufbar. Auch das richtige Zeitmanagement ist neben der Routenplanung äußerst wichtig. Um 16 Uhr wird es dunkel! Zeitreserven sind also noch viel mehr einzuplanen, denn Schneelage, Wegbeschaffenheit, Ausrutscher, Wetterverschlechterung und Kälte können dafür sorgen, dass man für eine Route länger als üblich braucht. Der Aktionsradius für Winterwanderer darf nicht zu groß bemessen werden, denn den mühsam erklommenen Weg muss man ja auch wieder zurück. Im tiefen Schnee zu laufen ist sehr kräftezehrend.

Sie fühlen sich nun ein bisschen überfordert? Machen Sie sich keine Sorgen, mit der richtigen Ausrüstung und einer sinnvollen Planung macht Winterwandern sehr viel Spaß. Denn es kommt ja nicht auf die Länge an, sondern auf den Naturgenuss. Und den erleben Sie auch schon bei einer kürzeren Wanderung. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Genießen Sie ihn!

 

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