Spundekäs’

» Gepostet von am Dez 5, 2013 in Tipps & Tricks | Keine Kommentare

Spundekäs’

“Ein jeder wääß, zum achte Gläsje…

…gehört dem Mensch e Spundekäsje. / Des reizt de Gaume, stärkt de Mage – / Korz, mer kann widder ään vertrage!“ Dieser Vierzeiler vom Mainzer Adolf Gottron, den der ein oder andere eventuell aus den 70er Jahren von “Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht” kennen mag, wusste die Spezialität wohl zu schätzen. Dieses kleine Gericht wird traditionell zum Wein gereicht und stammt aus dem nördlichen Rheinhessen. Heute findet man sie überall im Rheingau, sowohl in den Straußwirtschaften als auch in den örtlichen Supermärkten.

Diese ursprünglich aus Frischkäse zubereitete Speise heißt “Spundekäs’”, weil sie früher trocken und in zylinderartigen Form gelagert wurde. So sah die kleine Mahlzeit aus wie der Spund auf den Weinfässern und erhielt somit ihren Namen. Der Spundekäs’ wird mit frischem Brot oder Brezelchen zum Wein gereicht. Rezepte gibt es so viele wie Rheingauer und rheinhessische Familien. Und weil man da gar nicht mehr so richtig durchblickt, wird jedes Jahr im Rheingau der “Super-Spundekäs’” – kurz RSDS – gesucht. Dieses Jahr wurden zum ersten Mal aus 17 Teilnehmer die 6 Finalisten gecastet. Wie in einer TV-Castingshow präsentierten dann die sechs Finalisten ihre verschiedenen Spundekäs’ auch den Zuschauern, die mit entscheiden durften. Am Ende stand fest: Der Rheingauer Super-Spundekäs’ 2013 kommt aus Lorch.

Was genau den Super-Spundekäs’ 2013 von den anderen unterscheidet, ließ sich leider nicht recherchieren. Aber was in einen traditionellen Mainzer Spundekäs’ kommt, ist hingegen klar: Quark und Frischkäse zu gleichen Teilen, Zwiebeln, ordentlich mildes Paprikapulver und wer will Salz und Pfeffer. Auf dieser Basis ist niemandem mehr Grenzen gesetzt. Man kann den Spundekäs’ mit geschmolzener Butter oder süßer Sahne etwas cremiger machen, die Creme mit Quark, Frischkäse und Schmand zu gleichen Teilen anrühren, mit Knoblauch, Kümmel, Senf oder Kapern würzen oder oder oder… Jeder, wie er’s mag.

Auf jeden Fall sollten Sie bei einem Besuch in einer Straußwirtschaft im Rheingau diese Spezialität probieren. Sie schmeckt köstlich. Guten Appetit!

 

Bild: © ExQuisine - Fotolia.com

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