Von Kaub nach St. Goarshausen

» Gepostet von am Okt 31, 2012 in Rheinsteig Etappen | Keine Kommentare

Von Kaub nach St. Goarshausen

Die Königsetappe! Nichts für schwache Nerven!

Am letzten Sonntag war nach kurzem Wintereinbruch ja nun wirklich kaltes, aber sonniges und damit perfektes Wander-Wetter. Ein guter Tag, um in diesem Jahr noch die Köngisetappe des Rheinsteigs zu wandern! Der Streckenabschnitt von Kaub nach St. Goarshausen gilt als eben solche und verlangt so ziemlich alles von einem ab. Hier kurz die Eckdaten: Die Etappe ist 22 Kilometer lang und dauert in etwa sieben Stunden. Sie gilt als schwer und erfordert ein Maximum an Kondition. Sie ist die längste Etappe des Rheinsteigs und summiert mehr Höhenmeter als andere Abschnitte. Die Strecke ist also nichts für Wanderanfänger oder konditionell schwache Wanderer. Das ist eigentlich sehr schade, denn diese Etappe sorgt auch für ein Erlebnisreichtum und bietet eine Landschaft, die ihresgleichen sucht. Am Sonntag bei schönstem Herbstwetter ging es also in Kaub los.

Und schon zeigt der Rheinsteig einem, warum er so heißt. Es geht steil bergan nach Dörscheid. Zum Fluchen über den Anstieg fehlt mir die Puste, also spar ich mir meine Kräfte lieber auf, denn es wird nicht der letzte Anstieg auf dieser Etappe gewesen sein. Oben angekommen jedoch wird man aber durchaus entschädigt, denn auf dem weiterem Weg belohnen mehrere Aussichtspunkte einen für die Anstrengung. Hat man Dörscheid passiert, geht es wieder in Richtung Rhein zurück. Auch hier macht der Rheinsteig mal wieder seinem Namen alle Ehre, denn man wandert auf einem alpinen, mit Drahtseilen gesicherten Felssteig. Man sollte hier genau hinschauen, wo man hintritt! Aber bei aller Vorsicht sollte man dennoch den ein oder anderen Blick auf den Rhein und das gegenüberliegende Ufer riskieren. Es lohnt sich! Den schönsten Blick hat man vom Rosstein gegenüber von Oberwesel. Nach dem Augenschmaus geht es durch ein Stück Wald vorbei an der Alten Burg zum nächsten Aussichtspunkt. Ich blicke auf den Waldtempel und man meint ja wirklich, er wäre zum Greifen nah! Aber der Schein trügt. In großen Schleifen geht es hinunter in das Urbachtal (nicht zu verwechseln mit dem Urbachtal im Berner Oberland!) und hat man es durch das Tal geschafft, geht es auch schon wieder steil bergauf. Juchhu. Hat man auch den Bornichbach überquert, so liefert der Rheinsteig einem gleich zwei Schmankerl auf dem Weg zur Loreley: Die Felsenkanzel und den Spitznack! Das sind Aussichten! Im wahrsten Sinne. Wunderschön romantisch bei herrlichem Sonnenschein im Herbstlicht. Und dann ist es endlich soweit! Ich erklimme die Loreley, wahrscheinlich der berühmteste Felsen in Deutschland! Er erhebt sich 125 Meter über dem Normalpegel des Flusses, der hier nach wie vor seine Tücken hat und Schiffe immer wieder auflaufen lässt. Besucherzentrum mit Museum laden dazu ein, mehr über Loreley und ihre Geschichte zu erfahren. Ich jedoch kehre in das Cafè mit Blick auf die Burg Katz ein. Eine kleine Stärkung ist schon von Nöten, denn es geht mal wieder bergauf nach Heide und weiter zu eben jener Burg, auf die ich eben noch schaute. Burg Katz hieß eigentlich Burg Neukatzenelnbogen, aber das war für den Volksmund zu lang, daher also einfach nur Burg Katz. Sie befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Burg Maus und gegenüber von Burg Rheinfels. Wer unermüdlich den Patersberg hinauf wandert, wird mit dem Dreiburgenblick reich belohnt. Die Burg Katz befindet sich heute übrigens in japanischer Hand. Eine Besichtigung ist leider nicht möglich. Nach der Burg Katz geht es noch einmal bergab, um gleich wieder bergauf zu gehen. Aber ich habe es bald geschafft! St. Goarshausen ist nah und erschöpft, aber happy erreiche ich mein Etappenziel und kehre ein. Für Radfreunde allerdings beginnt ihre Fahrt hier erst. St. Goarshausen ist der Startpunkt für den Loreley-Aar-Radweg. Meine müden Beine jedoch mögen nicht laufen, geschweige denn Radfahren. Und so beschließe ich den Tag mit einem guten Glas Wein und einem wunderbaren Essen.

 

 

 

 

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