St. Goarshausen nach Kestert

» Gepostet von am Nov 23, 2012 in Rheinsteig Etappen | Keine Kommentare

St. Goarshausen nach Kestert

Hoch über dem Rhein

Das trübe Novemberwetter mit dem nebligen Einheitsgrau macht mich noch ganz kirre. Gestern musste ich auch erst einmal mit dem Wettermoderator schimpfen, als er auch für die nächsten Tage nichts als graue Nebelsuppe vorhersagte. Da sieht man doch den Rhein gar nicht, wenn man oben auf dem Rheinsteig entlang wandert!

Weil mich dieses Wetter nicht wirklich zum Wandern ermuntert, erzähle ich euch aus meiner Erinnerung von der Route Sankt Goarshausen nach Kestert. Es ist schon bisschen her, als ich diese Etappe das letzte Mal gewandert bin, aber an eines kann ich mich durchaus noch sehr gut erinnern: Es geht gleich am Anfang steil bergauf. Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, ist steiles Bergan-Wandern nicht so meins. Aber wenn ich erst einmal auf der Höhe oben angekommen bin, dann erfreue ich mich um so mehr an der zumeist wunderbaren Aussicht. Das war auch auf dieser Etappe so. Aber erst einmal wie immer zu den Eckdaten. Die Strecke wird mit einem Schwierigkeitsgrad mittel angegeben, ist 12,5 Kilometer lang und dauert in etwa vier Stunden.

Los geht der Rheinsteig am Friedhof von Sankt Goarshausen im Hasenbachtal. Und wie ich bereits erwähnte, geht es hier steil bergauf. Oben angekommen, sollte man unbedingt die Gelegenheit nutzen und die wunderbare Aussicht unter anderem auf die Burg Katz genießen (es sei denn, es ist nebligtrüb…). Man muss nämlich auch erst einmal wieder zu Puste kommen, um überhaupt weiter zu wandern. Hat man wieder einen Normalpuls, geht es weiter in Richtung Burg Maus. Das ist auch mein damaliges, nächstes Ziel gewesen, und wer nicht stramm durchwandern möchte, der kann hier eine Pause einlegen und den Adler- und Falkenhof besuchen, allerdings nicht während der Winterzeit. Wer eine Führung durch die Burg machen möchte, der sollte einen Blick auf den Veranstaltungskalender werfen. Zumindest in diesem Jahr gab es von April bis Oktober am letzten Wochenende eines Monats um 14 Uhr eine Führung. Im August und Oktober konnte man diese Führung auch abends mit anschließender Weinprobe machen. Aber zurück zum Rheinsteig: Es geht runter nach Wellmich, wo der Bergbau- und Landschaftspfad nach Ehrenthal beginnt. Hier kann man zum Beispiel erfahren, dass es einen Tunnel unter dem Rhein hindurch gab. Glauben Sie nicht? Dann wandern Sie mal den Bergbau- und Landschaftspfad entlang. Bis zum 15. September 1958 gab es die “Grube Gute Hoffnung” oberhalb von Wellmich, dann stellte sie ihren Betrieb ein. Den Tunnel hatten die Bergleute in 136 Meter Tiefe gesprengt, damit sie schneller an die Aufbereitungsanlagen für die Erze kamen, denn diese standen auf der linken Rheinseite. Neben der Geschichte des Bergbaus am Rhein erfährt man auf diesem Lehrpfad  aber auch einiges über Pflanzen und Tiere kennen, die ihre Heimat gemeinhin im Mittelmeerraum haben – unter anderem seltene Orchideenarten. In lang gezogenen Serpentinen führt der Pfad hinauf zum Sachsenhäuser Feld. Hier in der Schutzhütte machte ich damals Rast, denn das Sachsenhäuser Feld ist der höchste Punkt auf dieser Route. Nach der Rast ging es runter in den Grund des Ehrenthaler Baches, wo der Rheinsteig nach rechts aufwärts (mal wieder) abzweigt. Hier kann man den Schildern in Richtung Oberkestert folgen. Der Pfad wird bald sehr schmal und felsig und führt am Hang oberhalb des Pulsbachklamm entlang. Eine lohnende Extratour bieten die drei kleinen Wasserfälle, der größte fällt immerhin aus sieben Metern Höhe. Der Rheinsteig selbst führt an der Aussichtshütte Rheinburgenblick vorbei nach Kestert, das Ziel dieser Etappe.

Diese Etappe lohnt sich bei wirklich schönem Wetter, denn man befindet sich hoch über dem Rhein und bei klarer Sicht kann man seinen Blick weit scheifen lassen. Hoffen wir also, dass der Nebel bald ein Ende hat und Petrus uns noch ein paar schöne Wandertage vor Weihnachten schenkt. Vielleicht hat der ein oder andere ja Lust auf diese sehr schöne Etappe bekommen. Viel Spaß dabei!

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