Wandern im Frühling

» Gepostet von am Apr 30, 2013 in Wandern | Keine Kommentare

Wandern im Frühling

Es grünt so grün! Duftender, blühender Frühling!

Wie gern sängen wir doch genau diese Liedzeile aus “My Fair Lady”, aber leider scheint der Winter nicht verschwinden zu wollen. Stell Dir vor, es ist Frühling, aber der macht nicht mit! Dabei ist gerade im Frühling eine Wanderung wunderschön und sehr erlebnisreich. Sobald die Sonne etwas länger scheint, die Strahlen auch schon angenehm wärmen und der Frost so langsam kein Chancen mehr hat, sprieß und blüht es überall.

Die Veilchen sind die ersten, die sich hervorwagen und urplötzlich aus dem Unterholz hervorgucken. Sie sind die Boten der frohen Kunde: Der Frühling ist da! Ebenso Botschafter des Frühlings ist der Bärlauch, der sich nun in den Laubwäldern tummelt und den man unverkennbar erschnuppern kann. Selbst hier im Stadtwald riecht es deutlich nach Knoblauch! Und saftig grün leuchtet der Bärlauch in großen Mengen. Wunderbar! Liebhaber der Bärlauch-Pesto, die im Sammeln von Kräutern eher ungeübt sind, sollten aber vorsichtig sein. Der Bärlauch kann mit dem Aronstab und mit dem Maiglöckchen verwechselt werden und diese sind giftig. Deshalb im Zweifel lieber die Finger vom Bärlauch im Wald lassen und lieber auf dem Markt kaufen. Der Bärlauch wird im Mai passend zur Bowle vom Waldmeister abgelöst. Der Waldmeister mag einen ähnlichen Boden wie der Bärlauch in den fruchtbaren Laubwäldern, hat es gern aber etwas schattiger und kommt erst dann mit seinem Duft zum vollen Einsatz, wenn die Laubbäume sprießen. Dann aber knallts und der Waldmeister lockt mit seinem Duft.

Auch die Winzer warten auf den Frühling, damit ihre Reben endlich anfangen zu sprießen und zu blühen. Vorher müssen die Reben zurückgeschnitten werden und dabei findet sich der ein oder andere Winzer sicherlich in Zwiesprache mit seinen Reben wieder. Ist der Schnitt getan, der Rebreis in der Fahrgasse gehäxelt oder anderweitig zerkleinert und damit als Dünger rückgeführt. scheinen die wärmenden Sonnenstrahlen auf die Rebe, dann fängt sie an zu weinen. Vielleicht aus Vorfreude auf ein gutes Rebjahr? Die Erwärmung des Bodens jedenfalls führt dazu, dass der Rebsaft in die Ruten steigt. An der Schnittstelle wird ein Tropfen sichtbar und man sagt, die Rebe weine.  Die Winterknospen fangen an zu schwellen und die ersten Blättchen treten hervor. Hoffentlich ist der Frost nun endgültig passè, denn sonst erfriert die Rebe. Schlafende oder schwache Augen ausgetriebener Schosse werden nach dem letzten Frost entfernt. Und nun darf es warm und bitte auch feucht für die Rebe werden. Gibt es beides, so entwickelt sie sich rasch und bald sind die ersten Gescheine (Täubchen) sichtbar: ein Meilenstein im Rebzyklus. Jetzt sollte es nur noch warm sein, damit die Rebe blühen kann. Grüne Kronblätter umhüllen die ganze Blüte. Diese Kronblätter springen beim Aufblühen als Käppchen ab, bleiben aber kleben, wenn es in diesem Stadium nasses Wetter gibt. Die Blüte fällt ab und es bilden sich keine Beeren. Wer durch die blühenden Reben wandert, wird den Duft von all den abertausenden Rebblüten genießen. Rebenblüten die Luft erfüllt.

Eine Wanderung oder auch nur ein ausgedehnter Spaziergang durch das Mittelrheintal tut Leib und Seele immer gut. Im Frühling hingegen ist es besonders schön und ein wahres Erlebnis für die Sinne. Hoffen wir also, dass der Frühling uns auch mit wärmeren Temperaturen bald erreicht.

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