Was ist eine Straußwirtschaft?

» Gepostet von am Feb 27, 2014 in Wandern | Keine Kommentare

Was ist eine Straußwirtschaft?

Wandern, Wein und Straußwirtschaft gehören zusammen

In einigen meiner Blogbeiträge habe ich immer mal wieder Straußwirtschaften erwähnt, in die man so wunderbar während oder nach einer Wanderung oder aber einfach nach einem Spaziergang durch die Weinberge einkehren kann. Die Straußwirtschaften sind fester Bestandteil der traditionellen Weingegenden – nicht nur, aber eben auch im Rheingau. Aber was ist eine Straußwirtschaft genau und worin unterscheidet sie sich von anderen Gastronomien?

Nun, die Straußwirtschaft ist erst einmal Gastbetrieb, der saisonal von den Weinbauern und Winzern betrieben wird. Wesentlich ist dabei, dass der Winzer nur die eigenen Produkte in seinem Weinkeller oder anderen Räumlichkeiten ausschenkt, da die Straußwirtschaft dann keine Gaststättenkonzession benötigt. Ein weiterer Punkt dieser Erlaubnis- und Abgabefreiheit ist auch, dass nur kalte und einfache warme Speisen wie Spundekäs’, Wurstsalat oder Flammkuchen zu den selbsterzeugten Weinprodukten ausgegeben werden dürfen.

Aber genau deshalb sind die Straußwirtschaften (oder auch Straußenwirtschaft oder Besenwirtschaft genannt) so urig und beliebt. In ihrer Einfachheit bestechen sie durch Gemütlichkeit und Geselligkeit. Die Winzer freuen sich über die Wanderer und Spaziergänger, die an ihrem Weingut vorbeikommen und die verschiedenen Weine aus eigener Herstellung probieren möchten. An warmen Tagen laden sie mit schattigen Plätzchen geradezu zum Verweilen ein. Ihr Erkennungszeichen sind neben dem Ausschank auf dem Weingut meist ein Strauß mit bunten Bändern oder ein Reisigbesen, daher die beiden Namensgebungen. Manchmal findet man auch einen grünen Kranz an der Tür. Das ist je nach Region verschieden.

Da “echte” Straußwirtschaften nur insgesamt 16 Wochen im Jahr geöffnet haben dürfen, schenken die Winzer meist an zwei Monaten im Frühjahr/Frühsommer und im Spätsommer/Herbst ihre Produkte aus. Also bitte nicht wundern, wenn eine Straußwirtschaft geschlossen ist. Viele Winzer haben jedoch mittlerweile ein Gaststättengewerbe und dürfen daher das ganze Jahr ausschenken und bieten dadurch auch eine reichhaltigere Speisenkarte an. Sie haben sich sozusagen von der Straußwirtschaft zur Gutsschänke gemausert. Das soll aber den Charme einer Straußwirtschaft nicht schmälern. Sie hat Tradition und die sollte auch weiterhin gepflegt werden.

Ich kann nur jedem, der im Rheingau durch die Weinberge wandert, empfehlen nach einer Straußwirtschaft Ausschau zu halten und dort einzukehren. Ein genussvolles Päuschen und ein Schwätzchen mit dem Winzer tut gut und macht Laune.

 

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>